Kurzkritik

«Finten» sind Erdichtungen und (hinter)listige Täuschungen. Beides schwingt in den siebzehn Prosastücken mit, die die Liebe in ebenso vielen Variationen zeigen. Im Zentrum steht – mit zwei Ausnahmen – immer ein Ich, aber in wechselnden Konstellationen: Kind-Mutter, Kind-Vater, Frau-Mann bzw. -Männer, Erwachsene-Kind. In ihrer Abfolge bilden die Texte eine Art éducation sentimentale, in der die Liebe selbst als Finte, als Täuschung und Erdichtung, erfahren wird. Was bleibt, sind Objekte in präzis evozierter Materialität: hautnah, ob Kleid, Joghurt oder Bügelfalte. (Daniel Rothenbühler)