Kurzkritik

Michael Stauffer, das Enfant terrible der jüngeren Autoren aus der deutschsprachigen Schweiz, führt das närrische Erzählen seiner beiden ersten Bücher weiter und schafft es zugleich, uns mit diesem dritten noch einmal zu überraschen. Diesmal führt er den Monolog eines abgebrühten Arbeitslosen vor, der in seiner ebenso pfiffigen wie naiven Findigkeit dem Beispiel all jener Sektengründer folgt, denen es unter dem Vorwand, ihrer Gefolgschaft das Heil zu bringen, vor allem darum geht, die Leute auszunehmen und ein Maximum an Geld anzuhäufen. Unser Held predigt nicht weniger als die «Normalität» und schafft es tatsächlich breit zu rekrutieren. Die vielen Sarkasmen und dieser anspielungsreichen Erzählung stimmen vergnügt und nachdenklich zugleich. (Daniel Rothenbühler)